Hujambo! Kaum ein Land des afrikanischen Kontinentes spiegelt die Diskrepanz zwischen einer aufstrebenden und einer traditionsbewussten Nation wieder wie Kenia. Während Nairobi dem Streben einer schillernden westlichen Großmetropole nacheifert, zeigt sich gleichzeitig eine teils abgehängte, von sozialen Problemen geprägte Bevölkerung. Wie in vielen Nationen offenbart sich dieser Gegensatz auch in der medizinischen Versorgung. Vier unserer Vereinsmitglieder hatten während ihres chirurgischen Tertials des Praktischen Jahres die spannende Gelegenheit, im Kenyatta National Hospital persönliche Erfahrungen zu sammeln.

 

Dabei konnten wir uns auch einen Überblick über die medizinische Versorgung in Ostafrikas größtem staatlichen Krankenhaus verschaffen. Auch hier erlebten wir die empfundene Diskrepanz während unseres Arbeitsalltages in verschiedensten Situationen. So gehören einerseits hochkomplizierte Operationen, die in Deutschland selbst nur von erfahrensten Kliniken durchgeführt werden, zur Tagesordnung. Andererseits fehlt es im allgemeinen Stationsalltag an grundlegender medizinischer Ausstattung.

 

Durch die persönlichen Erfahrungen und Kontakte unserer Mitglieder gelang es MedHerz e.V., eine vielversprechende und nachhaltige Kooperation aufbauen. In deren Rahmen hat sich MedHerz e.V. zum Ziel gesetzt, das Kenyatta National Hospital bedarfsgerecht mit grundlegenden Medizinprodukten wie Pulsoxymetern, Stauschläuchen und Blutzuckermessgeräten zu versorgen.

 

Buenos dias! Wer schon einmal das Glück hatte das Land Kuba – bekannt für zuckerweiße Strände, Mojitos und Zigarren – zu bereisen, wird eine Insel voller Gegensätze kennengelernt haben. Eine der größten Paradoxien lässt sich augenfällig in der medizinischen Versorgung der einheimischen Bevölkerung ausmachen. Trotz eines Durchschnittslohnes von 20 US-Dollar, stellt die medizinische Versorgung in Kuba im Vergleich zu vielen anderen lateinamerikanischen Ländern ein großes Vorbild dar. Hauptursächlich für selbige ist nicht zuletzt die gute akademische und praxisnahe Ausbildung der kubanischen Ärzte. Zwei unserer Vereinsmitglieder hatten im Rahmen ihres Studiums die Möglichkeit, das kubanische Gesundheitssystem mit all seinen Facetten aus nächster Nähe kennenzulernen. Dabei wurde ihnen die Diskrepanz zwischen dem hohen Ausbildungsniveau des ärztlichen Personals und der Versorgung mit medizinischen Hilfsgütern im klinischen Alltag eindrücklich bewusst. Prägnant war beispielsweise ein Mangel an Stethoskopen in den kardiologischen Abteilungen, welche einen essentiellen Faktor in der Herz-Kreislauf Diagnostik darstellen.

 

Deswegen entschlossen wir uns, dem Potenzial des medizinischen Personals Rechnung zu tragen und angehende kardiologische Fachärzte mit Stethoskopen zu versorgen. Ziel des medHerz-Projektes „Stethoskuba“ ist die Sicherstellung einer adäquaten internistischen Versorgung in kubanischen Krankenhäusern.